Im Herbst 2025 war plötzlich vieles sehr konkret: Die Wohnung war weg, ein großer Teil meines Besitzes aussortiert, und vor mir lag kein neues Zuhause mit Adresse und Schlüssel. Da war nur die Entscheidung, loszugehen – und die ungewöhnlich offene Frage, wohin eigentlich.
Von außen wirkt Auswandern oft wie eine Länderentscheidung. Spanien oder Portugal? Stadt oder Küste? Visum, Wohnung, Anmeldung. Bei mir begann es anders. Lange bevor ich Deutschland verließ, hatte sich eine andere Frage festgesetzt: Wie möchte ich meinen normalen Alltag leben – nicht nur meine Urlaubswochen?
Reisen war für mich nie nur Urlaub
Unterwegssein gehörte schon viele Jahre zu meinem Leben. Mit der Zeit veränderte sich aber, was ich darin suchte. Es ging weniger um möglichst viele Orte und immer mehr darum, wie sich Alltag anfühlt, wenn Zeit, Natur, Bewegung und Flexibilität nicht nur für ein paar Wochen im Jahr stattfinden.
Als Familie wurde diese Frage noch konkreter. Ich merkte, dass ich nicht automatisch zwischen einem verlässlichen Alltag und einem beweglichen Leben wählen wollte. Ich wollte herausfinden, ob sich beides verbinden lässt – auf eine Weise, die zu uns passt.
Ich bin nicht gegangen, weil ich das perfekte Land gefunden hatte. Ich bin gegangen, weil ich immer klarer wusste, wie ich leben möchte.
Nicht gegen Deutschland – für ein anderes Modell
Deutschland ist für mich kein Ort, den ich abwerten oder aus meiner Geschichte streichen möchte. Dort sind Menschen, Erinnerungen und Verbindungen, die weiterhin dazugehören. Genau deshalb war die Entscheidung auch nicht so einfach wie „hier gefällt es mir nicht mehr“.
Ich wollte etwas ausprobieren, das sich über Jahre immer stärker nach meinem eigenen Lebensmodell angefühlt hatte: mehr Raum für Reisen und Natur, mehr gemeinsame Zeit, weniger das Gefühl, das eigentliche Leben ständig auf später zu verschieben.
Ohne fertigen Masterplan
Als ich losging, war nicht alles gelöst. Manche organisatorischen Fragen waren klar, andere entwickelten sich erst unterwegs. Auch beruflich musste ich herausfinden, was langfristig trägt. Diese Offenheit war manchmal befreiend und manchmal unbequem.
Rückblickend war genau das ein wichtiger Teil der Entscheidung: Ich musste nicht jede Antwort kennen, um den nächsten Schritt ernsthaft vorzubereiten. Aber ich musste ehrlich genug sein, um zu sehen, welche Fragen noch offen waren.
Warum daraus GaVopia entstanden ist
Ein internationaler Neustart besteht selten aus einer einzigen großen Entscheidung. Alltag, Dokumente, Versicherung, Arbeit, Geld und Familie hängen zusammen. Wer alles gleichzeitig lösen will, verliert schnell den Überblick.
Aus dieser Erfahrung ist GaVopia entstanden: als Ort, der nicht verspricht, den perfekten Weg zu kennen, sondern dabei hilft, die nächste gute Entscheidung sichtbar zu machen.
Die ausführlichen Etappen dieser Geschichte erzähle ich bewusst nach und nach. Nicht alles, was erlebt wurde, muss sofort veröffentlicht werden – und nicht alles Private gehört überhaupt ins Netz.
